Wiener Hundeführschein - Frage 2 bis 4 - Mit Erläuterung
Frage 2: Wenn sich zwei Hunde begegnen und der eine gähnt, während der andere auf ihn zuläuft, dann bedeutet das:
Frage 3:Welche der folgenden Situationen löst bei einem Hund Stress aus?
Frage 4: Sie beugen sich beim Streicheln über einen fremden Hund. Er knurrt Sie daraufhin an. Wie reagieren Sie darauf richtig?
Quelle (wien.gv.at)

Frage 2. Wenn sich zwei Hunde begegnen und der eine gähnt, während der andere auf ihn zuläuft,
dann bedeutet das:
a) Der andere Hund ist ihm zu langweilig zum Spielen.
b) Er will einen möglichen Konflikt entschärfen.
c) Er ist zu müde zum Spielen.
Gähnen ist wie auch das Schwanzwedeln eines der häufigsten Signale bei Hunden und es ist ebenso vielfältig. Der Hund gähnt meist um Streß abzubauen bzw. als Beruhigungs -bzw. Beschwichtigungssignal. Das Gähnen kann aber genauso ein Zeichen sein, dass der Hund Ruhe benötigt und sich lieber zurückziehen möchte. Hunde gähenen aber auch um Anderen "gut zuzureden", wenn sie merken das dieser Beunrihigt ist. Das Gähnen ist also eines von vielen "Calming Signals" die Hunde, aber auch ihre Vorfahren in der freien Wildbahn, die Wölfe, verwenden. Wie auch dasWedeln ist das Gähnen also ein Zeichen, das man nur aus der Situation heraus deuten kann und in Zusammnhang mit anderen Zeichen zu sehen ist.
Die richtige Antwort ist also:
b) Er will einen möglichen Konflikt entschärfen.
Frage 3. Welche der folgenden Situationen löst bei einem Hund Stress aus?
a) Eine halbe Stunde Spazierengehen im Wald.
b) Eine halbe Stunde im Einkaufszentrum an der Leine bei Fuß gehen.
c) Eine halbe Stunde auf der Wiese herumlaufen und gelegentlich Leckerchen suchen.
Streß wird bei Hunden genau wie beim Menschen auch durch äußere Sinneseindrücke hervorgerufen, wie zB Lärm oder unbekannte Situationen. Ein weiterer Streßfaktor kann für manche Hunde auch das "an der Leine gehen" sein, der dann in speziellen Situationen (viele Menschen, Lärm) noch verstärkt wird oder durch Ziehen des Beitzers an der Leine. So kann sich auch der Streß vom Fundeführer auf das Tier übertragen. Durch den Streß kann es beim Tier auch zu erhöhten Agressionen kommen, gönnen sie ihm also eine Pause und verstärken sie das Streßgefühl nicht noch durch schimpfen oder ziehen. Streß kann sich zB hecheln, winseln, an der Leine beißen oder ziehen äußern.
Die richtige Antwort auf Frage 3:
b) Eine halbe Stunde im Einkaufszentrum an der Leine bei Fuß gehen.
Frage 4. Sie beugen sich beim Streicheln über einen fremden Hund. Er knurrt Sie daraufhin an. Wie reagieren Sie darauf richtig?
a) Ich gebe dem Hund schnell einen Klaps, weil Anknurren unhöflich ist.
b) Ich sage dem Besitzer, dass sein Hund schlecht erzogen ist.
c) Ich wende den Blick ab und gehe ruhig zwei Schritte zurück, damit sich der Hund durch mich nicht mehr bedroht fühlt.
Das Knurren des Hundes ist in den meisten Fällen als Warnsignal zu verstehen, indem sie sich von ihm abwenden zeigen sie dem Hund, dass sie das Warnsignal verstanden haben, was ihn in den allermeisten Fällen dann auch beruhigen wird. Das Tier hat so ausgedrückt, dass es sich in der Situation nicht wohl fühlt, wenn ein ihm fremder Mensch sich über ihn beugt, das "über ihn beugen" wird in den meisten Fällen nämlich als Drohung verstanden und mit schlechter Erziehung des Hundes hat das nichts zu tun. Würden sie den Hund dann auch noch einen Klaps geben, könnte dies zu Aggressionen führen.
Die richtige Antwort auf Frage 4:
c) Ich wende den Blick ab und gehe ruhig zwei Schritte zurück, damit sich der Hund durch mich nicht mehr bedroht fühlt.